In dieser Geschwindigkeit kann es nicht weitergehen…

Ein Gespräch mit Fine Engelbert, der Gestalterin des Wandbildmotivs zum SDG 12 “Nachhaltig produzieren und konsumieren”.

Fine, wie bist du auf die Idee zu deinem Motiv zum SDG 12 gekommen?

Zuerst habe ich bei dem Thema nachhaltiger Konsum und Produktion an das überhaupt nicht nachhaltige, aber trotzdem überall verwendete Material „Plastik“ gedacht. Und so kam mir die Idee, eine Erde, gefangen in einem Plastikbecher, zu zeichnen. Das Motiv mit dem Plastikbecher ist tatsächlich als erstes entstanden.
Und da der Konsum, unser Konsum, ständig mehr Ressourcen der Erde benötigt, kam ich als nächstes auf die Idee, den Konsum zu personifizieren. So ist der Kopf entstanden, der die Erde immer mehr „aussaugt“. Mit dem Kopf wurde das Bild dann vollständig.
Ich habe mir anfangs keine großen Gedanken über ein bestimmtes Motiv gemacht, sondern habe die erste spontane Idee einfach weiter ausgearbeitet.

Welche Botschaft(en) möchtest du damit an die:den Betrachter:in vermitteln?

Ich möchte darauf hinweisen, dass die planetaren Ressourcen nicht endlos vorhanden sind und dass sie irgendwann, und zwar in nicht allzu ferner Zukunft, knapp werden. Deshalb müssen wir anfangen, weniger zu konsumieren und darüber nachzudenken, was wir tun können, um möglichst nachhaltig zu leben.

Über welche Fragen habt ihr in Zusammenhang mit dem Thema nachhaltige Produktions- und Konsumweisen diskutiert?

Im Kunstkurs haben wir unter anderem erste Assoziationen zum Thema Nachhaltigkeit und Konsum gesammelt und sind dann genauer darauf eingegangen, was das alles bedeutet und wie wir nachhaltiger leben können. Außerdem haben wir uns gezielt das SDG 12 angeschaut und uns so vorbereitet, Entwürfe für das Wandbild zu gestalten.

Welcher Aspekt bezüglich eines nachhaltigen Konsums liegt dir besonders am Herzen?

Besonders wichtig finde ich, dass jeder:m bewusst wird, dass es so und in dieser Geschwindigkeit nicht weitergehen kann. Jeder Mensch sollte darauf achten, weniger zu konsumieren, nachhaltig und regional einzukaufen und eventuell die eigene Komfortzone auch mal zu verlassen, um nicht nur die eigene Zeit auf der Erde möglichst schön und sorgenfrei zu gestalten, sondern dies auch folgenden Generationen möglich zu machen. 

Was bedeutet Kunst für dich?

Ich habe schon immer gerne gezeichnet, auch wenn ich es in letzter Zeit leider etwas vernachlässigt habe. Durch Kunst kann man sich und Probleme besonders gut ausdrücken. Man kann Leute auf eine ganz andere Weise erreichen und bewegen. Das macht Kunst so besonders.

Kann Kunst deiner Meinung nach Einfluss nehmen auf gesellschaftliche und soziale Prozesse?

Ich denke schon, dass Kunst auf gewisse Dinge Einfluss nehmen kann, wenn sie genug Aufmerksamkeit bekommt. Das kann zum Beispiel durch eine zentrale Platzierung inmitten vieler Menschen möglich gemacht werden. Kunst muss die Leute ansprechen, damit auch andere auf sie aufmerksam werden und es sich herumspricht, was zu sehen ist. Dafür muss das Bild oder Objekt die Menschen zum Nachdenken und Hinterfragen anregen. Nur so kann man mit Kunst etwas bewirken und ich denke, dass so auch durchaus politische Entscheidungen beeinflusst werden können.

Hat sich durch dieses Kunstprojekt zum SDG 12 für dich etwas verändert?

Ich habe mehr über das Thema nachgedacht und überlegt, an welchen Stellen ich selber etwas ändern kann. Zum Beispiel kann ich mehr in Second Hand-Läden kaufen und darauf achten, weniger Plastik zu verwenden. Allerdings war mir das auch schon vorher bewusst und ich finde, dass einem der Gedanke immer einfacher fällt als die tatsächliche Umsetzung. Abgesehen vom Nachhaltigkeitsaspekt ist mir bewusst geworden, wie vielfältig Kunst ist und dass ich mich in Zukunft häufiger damit beschäftigen und künstlerisch aktiver werden möchte.

Möchtest du sonst noch etwas zum Projekt globalgoals.hamburg sagen?

Ich möchte mich bei allen bedanken, die es möglich gemacht haben, dass mein Bild und meine Idee an die Wand gekommen sind. Die Zusammenarbeit und das Projekt haben mir großen Spaß gemacht und ich hätte niemals gedacht, dass mein Entwurf so überzeugend ist, dass er ausgewählt werden würde. So war es noch eine größere Überraschung. Vielen Dank an alle!

Ein Kommentar zu “In dieser Geschwindigkeit kann es nicht weitergehen…”

  1. Pingback: Die Erde im Plastikbecher – globalgoals.hamburg

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